Auf dieser Seite möchte ich gerne einen Einblick, in die von mir durch-geführte, lösungs- und ressourcenorientierte Therapie geben.
Ambulante Therapie nach dem traumatherapeutischen 4-Phasen-Modell auf der Grundlage von EMDR nach
Prof. Plassmann
1. Stabilisierung, 2. Ressourcenorganisation, 3. Expositionsprozess,
4. Neuorientierung
Wichtig für diese Therapie ist zu Beginn eine Trauma- und Ressourcen-anamnese, das bedeutet, daß mit dem Patient im gemeinsamen Gespräch erörtert wird, wann denn schlimme Ereignisse eingetreten sind, die eventuell mit körperlichen Symptomen wie Angst und Panik, Schlaf-störungen, Schmerzen, Schwächezuständen oder Herzproblemen, um nur einige zu nennen, die Palette ist unerschöpflich, begonnen haben. Mit diesen Ereignissen wird eine Traumalandkarte erstellt, in der dann ungefähr der Beginn der Problematik eingetragen wird und das damit verbundene Geschehnis.Oft gibt es aber auch Symptome, die wir in keinem Zusammenhang mit einem Ereignis sehen können. Aber auch hier könnte eine Traumatisierung zugrunde liegen, die aber unserem Erinnern nicht zugänglich ist.
Durch EMDR können wir auch dazu einen Zugang schaffen.
Patienten die in einem relativ stabilem Zustand sind, können dann zuhause als Hausaufgabe die Ressourcenlandkarte erstellen. Bei schwerer psychischer Erkrankung wird diese in der Therapie erarbeitet werden.
In diese Landkarte werden gute Beziehungserfahrungen mit liebevolle Menschen und Tiere eingezeichnet, berufliche oder private Erfolge, z.B. Geburt eines Kindes und das damit verbundene Glücksgefühl, oder eine berufliche Heraus-forderung und mit welcher Ressource sie gemeistert wurde. Auch Bewältigungserlebnissen können zeigen, welche Ressourcen in uns stecken.
Eine weitere innere Quelle ist eine bestandene Prüfungen und das gute Gefühl das damit verbunden war. Ferner schöne Erlebnisse wie z. B. Reisen oder Feste. Die Heimat oder das Haus in dem man lebt, das Hobby das jemand hat, all dies kann eine Ressource sein.Auch Menschen die glauben ihnen ist nie etwas Gutes wiederfahren, werden sehen, dass es durchaus Dinge gibt aus denen sie Kraft schöpfen können.
Nun beginnt die eigentliche 1. Phase der Therapie, in der einige für die EMDR Therapie nötige Grundlagen gelegt werden.
1.Stabilisierungsphase
Zu Beginn erlernt der Patient unter unserer Leitung ein Entspannungs-verfahren z. B. Autogenes Training oder Muskelrelaxion nach Jacobson. Jeder sollte das wählen zudem er Zugang findet.
Bei Schmerzen oder körperlichen Unbehagen kann durch die Lichtstrahlmethode vielleicht eine Entspannung herbeigeführt werden. Auch diese kann erlernt werden.
Weitere sehr wichtige Übungen sind die imaginäre Kontaktaufnahme mit einem inneren liebevollen Helfer und einem sicheren Ort an dem man sich wohl und geborgen fühlen kann. Alles Stabilisierungen die nötig sind, um auf belastende emotionale Situationen besser zu reagieren. Diese Imaginationen können durch Verankern an verschiedenen Körperstellen noch verstärkt werden.
2.Ressourcenorganisation
In dieser Phase ist es zu Beginn weiter wichtig imaginäre Verfahren anzuwenden. Wichtig bei allen Übungen ist das damit verbundene Gefühl, die Körperwahrnehmung sie ist sehr wichtig.
Es ist unbedingt erstrebenswert mit diesen positiven emotionalen Gefühlen in Kontakt zu kommen, denn dies sind Elemente der eigenen inneren Gesundheit.Diese positiven Empfindungen werden durch bipolares Tappen verankert, entweder durch mich oder der Patient kann durch Schmetterlingstappen die Verankerung selbst durchführen. Auch Augenbewegungen können angewandt werden.
Nun kann nach diesen vorbereitenden Übungen mit dem eigentlichen EMDR begonnen werden, wenn dies der Zustand der Patientin erlaubt.
Eine belastende Situation aus dem täglichen Leben wird gemeinsam ausgewählt, etwas Aktuelles. Eine sogenannte Mini-PTBS, oder man könnte auch sagen eine fühlbare emotionale Belastung. Nach dem Prinzip von unten auf einen Berg steigen, oder mit dem Kleinen beginnen.Den schlimmsten Moment sich genau vorstellen, eine nach Ort und Zeit genau bestimmbare Situation strikt fokussieren, wie sie sich anfühlt, wo es im Körper zu spüren ist, welche Bilder und Gedanken aufkommen.Ich als Therapeut begleite diesen Prozess durch Tappen oder Augenbewegungen, immer aufmerksam durch nachfragen und fokussieren auf Körperreaktionen und damit verbundenen Emotionen. Durch diese Fokussierung kommt es zu einer Aktivierung des Heilungsschemas und einer Veränderung des Belastungsgrads.
3.Expostitionsphase
In diesem Therapieabschnitt nähern wir uns kontrolliert krank-machenden und stark belastendem Material, wichtig ist dabei die Belastung nicht zu einer Retraumatisierung werden zu lassen. Zur Distanzierung hat der Patient deshalb in den vorhergehenden Phasen einige Übungen gelernt.
Wir beginnen mit einer mittleren belastenden Situation aus der Vergan-genheit, bei der Sitzung wird immer wieder mit dem Ressourcenpol Kontakt gehalten um die Stabilisierung aufrecht zu erhalten. Der Patient wird von mir durch Bipolare Stimulierung durch den Prozß geführt.
Dem können weitere Sitzungen folgen mit Themen die eventuell auf der Traumalandkarte zu finden sind. Wichtig ist eine Begebenheit komplett mit allen verschiedenen Facetten durchzuarbeiten, nur dann kann sie wirklich beendet werden.
Wichtig ist nichts zu erzwingen, geschehen lassen.
Die Kunst des Lassens.
4.Neuorientierung
Jetztgeht es darum die Dinge wirken zu lassen die in Gang gebracht wurden. Vielleicht Entscheidungen in Bezug auf Partner-schaften, Arbeitsplätzen, Wohnsituationen zu treffen, dies aber immer in einem gewissen zeitlichen Abstand zu den erfolgten EMDR Sitzungen.Vielleicht ist es auch angebracht Gespräche mit Familienmitgliedern oder Freunden zu führen. Dies kann auch mit meiner Unterstützung geschehen. Langsam neue Schritte zu erproben, die durch EMDR möglich werden. Den Heilungsprozess weiter wirken zu lassen.
Zum Schluß der Therapie werden die Patienten von mir noch eingeführt in die Möglichkeit der Selbststabilisierung durch durchprozessieren eigener kleiner Mini-PTBS.
In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu beachten, daß jeder Mensch einzigartig ist und daher auf diese Behandlung auch mit dieser Einzigartigkeit reagiert.
~~ Wenn wir sterben, du und ich, soll nicht am Ende ein Fragezeichen stehen, sondern einfach ein Punkt
wir haben in der Kürze der Zeit, Zeit genug, wenn wir sie uns schenken.~~
Margot Bickel
Beachten Sie unseren Literaturhinweis. Prof. Plassmann hat ein Buch geschrieben mit dem Titel " Die Kunst des Lassens". Sehr zu empfehlen !